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Das Debakel von Recklinghausen

AMSC NEWSCENTER

Schlechteste Veranstaltung aller Zeiten

Dominik Franke für DM in Passau qualifiziert
Tim Habicht wird um DM-Teilnahme betrogen

Recklinghausen|Marl. Um es gleich vorwegzunehmen. Die Jugend Kart Slalom Meisterschaft NRW 2009 war die schlechteste Veranstaltung aller Zeiten. Doch der Reihe nach. Im Vorstartbereich gab es kein Zelt. Hätte es geregnet, wären die Teilnehmer schon pitschenass gewesen, bevor sie ins Kart einsteigen konnten. Und wofür wurden eigentlich die Betreuerkarten verteilt? Es war ein großes Gewusel und Durcheinander im Vorstartbereich, da ständig rund 20 bis 30 Personen sich dort aufhielten. Und getankt wurde im Vorstartbereich auch. Ganz vorbildlich ohne Umweltschutzmatte und mit Trichter und Kanister.

Ach ja, die Karts. Es gab zwei Modelle aus der Nachkriegszeit, die vor der Veranstaltung noch kräftig gefettet werden mussten, damit sich die Räder überhaupt drehten. Sie standen vermutlich jahrelang unbenutzt in irgendeinem AvD-Schuppen.

Zum Parcours: Es gab viele Markierungen auf dem Asphalt. Mal durchgestrichen oder ganz ausgemalt. Scheinbar muss es wohl sehr schwer schein, Pylonen in "einer Flucht" aufzustellen. Die 3er-Gassen waren krumm und schief. Ebenso konnte von einem geradem Schweitzer nicht die Rede sein. Diesen Parcours hätte kein Schiedsgericht bei einem normalen Vorlauf abgenommen. Und Sachrichter, ja die waren auch da. Fünf [!!] Stück an der Zahl, auf dem gesamten Parocurs! Fehlertafeln um die Pylonenfehler anzuzeigen - Fehlanzeige. Die hatten die Sachrichter nicht. Dafür waren sie modern mit Funkgeräten ausgestattet. Doch wenn die Batterien in den Geräten ihren Geist aufgeben, klappt die Verbindung zum Jugend-Kartslalom-Zeitnahme-Wohnwagen nur sehr schlecht. Daher konnte die Dame im Jugend-Kartslalom-Sprecher-Wohnwagen nur durchgeben: "Eventuell mit Pylonenfehler" oder "da kommen wahrscheinlich noch Pylonenfehler hinzu". Auch der Parcoursplan war sehenswürdig. Scheinbar hatte der Veranstalter hier einen Kindergarten-Malwettbewerb ausgeschrieben. Dem Verehmen nach, ging der ersten Preis an den Kindergarten an der Westfalenstraße. Zum genießen gibt es diesen Parcoursplan natürlich auch in unserer Bildergalerie.

Wo wir schon beim Thema Genießen sind - hier der Oberbrüller, der in der Klasse 5 passierte: Allen war bekannt, das sich Kevin Thünenkötter von der SFG Dorsten, den Arm gebrochen hatte und nicht starten konnte. Diese Nachricht ist leider nicht bis zum Jugend-Kartslalom-Zeitnahme-Wohnwagen durchgedrungen. Mehrfach wurde Thünenkötter aufgerufen. Doch der war ja nicht da. Durcheinander im Vorstartbereich. Damit die Reihenfolge nicht durcheinander kam, wurde der "Warmfahrer" geholt. Und der fuhr dann für Thünenkötter, natürlich ausserhalb der Wertung. Passend zu der Veranstaltung war dann auch noch der zweimalige Stromausfall während der Siegerehrung. Also ehrt man die Piloten halt im Dunkeln und schreit ihre Namen ins Festzelt.

Kommen wir nun zum sportlichen Teil der Veranstaltung und damit zum größten Eklat. Tim Habicht vom AMSC Marl-Hüls ließ sich von der Konkurrenz des AvD, DMV, ADAC Nordrhein und ADAC Ostwestfalen-Lippe nicht beeindrucken und fuhr zwei souveräne und
fehlerfreie Wertungsläufe. Lediglich Justin Körnig vom RC Haltern war schneller. Bis zum Aushang der Ergebnislisten fühlte sich Habicht noch als sicherer Zweiter. Doch dann nimmt der Eklat seinen Lauf. Habicht erscheint auf der Ergebnisliste auf Rang 12! Im zweiten Wertungslauf soll er ein Tor- und vier Pylonenfehler gehabt haben.

Die Jugendleitung des AMSC Marl-Hüls legte sofort Protest beim Schiedsgericht ein. Erst nach lautstarken Diskussionen, erklärt sich das Schiedsgericht bereit, die Handaufzeichnungen der Sachrichter zu überprüfen. Auch andere Jugendleiter und Zuschauer bestätigten die fehlerfreie Fahrt von Habicht. Doch das interessierte das Schiedsgericht jedoch nicht. Beim Abgleich der Handaufzeichnungen stellte das Schiedsgericht noch diverse Fehler in der Ergebnisliste fest.

Die logische Konsequenz konnte nur lauten:
NEUSTART der Klasse 1. Doch das passierte nicht. Die Ergebnisse blieben wie sie waren, lediglich die Pylonfehler wurden bei Tim Habicht gestrichen. Somit kletterte Habicht von Rang 12 auf Platz 6 vor und wurde um die DM-Teilnahme betrogen.

Ab Klasse 3 wurden dann Fehlertafeln, die der AMSC Marl-Hüls freundlicherweise zur Verfügung stellte, eingesetzt. Auch Oliver Czubaszek zeigte im Parcours eine perfekte Vorstellung und konnte bis auf Rang 9 vorfahren.

Auch Dominik Franke gab in der Klasse 4 alles und musste sich nur von Nikolas Neufeld vom MSC Heiligenhaus geschlagen geben. Somit löste Franke das Ticket zur deutschen Meisterschaft, die am 17. und 18. Oktober in Passau stattfindet. Der Jubel über die DM-Teilnahme hatte jedoch immer noch den schlechten Beigeschmack vom Vormittag.

Zukünftig sollte man vorher überlegen, welcher Veranstalter in der Lage ist, eine Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft auszutragen. So etwas wie am Samstag, darf sich nicht wiederholen! SCHADE!

Hier die DM-Teilnehmer:

Klasse 1: 1. Justin Körnig [RC Haltern]; 2. Leonhard Schopian [MSF Lippe-Detmold]; 3. Maximilian Henseler [MSC Wahlscheid]; 4. Tobias Albers [AMSC Lüdinghausen]

Klasse 2: 1. Jan-Luca Litsch [AC Warendorf]; 2. Marvin Schmidt [MSC Beckum]; 3. Lucas Herfurth [KSC Wülfrath]; 4. Jan Enthof [MSC Bergstadt Rüthen]

Klasse 3: 1. Justin Hovestadt [MSC Harsewinkel]; 2. Manuel Schaller [AMC Wittgenstein]; 3. Philip Ley [MSC Heiligenhaus]; 4. Leon Buxel [MSC Harsewinkel]

Klasse 4: 1. Nikolas Neufeld [MSC Heiligenhaus]; 2. Dominik Franke [AMSC Marl-Hüls]; 3. Julian Hanisch [MSC Süd-Sauerland]; 4. Sascha Friedrich [PSV Essen]

Klasse 5: 1. Robin Link [MSC Beckum]; 2. Kevin Dammüller [AMC Wittgenstein]; 3. Fabian Schneider [MSC Nümbrecht]; 4. David Petermann [AC Warendorf]

04.10.2009/czo

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